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Betäubungsmittelrecht geändert - Cannabis für Schwerkranke auf Rezept

[IMG] Ärzte können Schwerkranken Cannabis-Arzneimittel künftig auf Rezept verordnen. Die Kosten erstattet die gesetzliche Krankenversicherung. Der...
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  1. TheBigBadWolf
    medizinischer_hanf.jpg
    Ärzte können Schwerkranken Cannabis-Arzneimittel künftig auf Rezept verordnen. Die Kosten erstattet die gesetzliche Krankenversicherung. Der Bundesrat hat dazu Änderungen des Betäubungsmittelgesetzes gebilligt. Patienten, die schwerkrank sind und unter Schmerzen leiden, können künftig Cannabis-Arzneimittel auf Rezept erhalten. Andere therapeutische Möglichkeiten müssen ausgeschöpft sein. Oder der behandelnde Arzt entscheidet im Einzelfall, dass therapeutische Alternativen nicht angebracht sind.

    Zudem dürfen Cannabis-Arzneimittel nur verordnet werden, wenn die Einnahme die Symptome oder den Krankheitsverlaufs voraussichtlich verbessert. Verordnet werden kann der Medizinalhanf beispielsweise bei Schmerzpatienten, Multipler Sklerose oder bestimmten psychiatrischen Erkrankungen.

    Der Bundestag hat die Änderungen am 19. Januar verabschiedet. Im Mai vergangenen Jahres hatte die Bundesregierung die Änderungen des Betäubungsmittelgesetzes auf den Weg gebracht. Ziel sei es, schwerkranke Menschen bestmöglich zu versorgen, so Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Am 10. Februar hat das Gesetz den Bundesrat passiert.

    Das Gesetz ändert nichts an der Haltung der Bundesregierung zur Freigabe von Cannabis: Der Eigenanbau – selbst zu medizinischen Zwecken – und seine Verwendung zu Rauschzwecken bleiben verboten.

    Ausreichend versorgt mit Hilfe der Cannabisagentur

    Eine staatliche Cannabisagentur wird sich um den Import von medizinischen Cannabis-Arzneimitteln kümmern. Je nach Bedarf wird sie auch Aufträge über den Anbau von Medizinalhanf vergeben und anschließend die Gesamtproduktion aufkaufen. Weiterverkaufen wird die Agentur diese Cannabis-Erzeugnisse an Arzneimittelhersteller, Großhändler und Apotheken mit entsprechenden betäubungsmittelrechtlichen Genehmigungen. Gewinn darf sie dabei nicht machen.

    Cannabis auf Rezept.


    Die Cannabisagentur wird beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) angesiedelt. Das BfArM ist eine selbständige Behörde des Bundes. Seine Aufgaben sind: die Zulassung, die Verbesserung der Sicherheit von Arzneimitteln, die Risikoerfassung und -bewertung von Medizinprodukten und die Überwachung des Betäubungsmittelverkehrs.

    Das Gesetz will nicht nur eine ausreichende Versorgung mit Cannabis-Arzneimittel in gleicher, guter Qualität ermöglichen. Gleichzeitig dürfen Sicherheit und Kontrolle des Betäubungsmittelverkehrs nicht gefährdet werden.
    Bisher nur mit Ausnahmegenehmigung

    Das BfArM hat bereits Erfahrung mit Medizinalhanf. Denn wer bisher als Schwerkranker Cannabis-Arzneimittel wollte, konnte beim BfArM eine Ausnahmegenehmigung vom allgemeinen Anbauverbot für Cannabis beantragen. Zum Stand 5. April 2016 hatten 647 Patientinnen und Patienten eine Ausnahmeerlaubnis des BfArM, die jedoch nicht von allen genutzt wird.

    Die Betroffenen mussten die Notwendigkeit einer Behandlung mit Cannabis darlegen, ihre Krankheit und ihre bisherige Therapie dokumentieren. Eine Kostenerstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung war nicht möglich. Mit dem jetzt beschlossenen Gesetz wird künftig eine Ausnahmeerlaubnis durch das BfArM nicht mehr notwendig sein.

    Künftig Forschung zur Wirksamkeit

    Wer gesetzlich krankenversichert ist, erhält einen Anspruch auf Kostenerstattung durch seine Krankenkasse. Allerdings müssen sich die Versicherten bereit erklären, an einer Begleitforschung teilzunehmen.

    Diese Forschung ist wichtig, da bisher keine ausreichenden, wissenschaftlich zuverlässigen Daten über die therapeutische Wirksamkeit von Cannabis vorliegen. Eine gesicherte Wirksamkeit aber ist normalerweise für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) Voraussetzung, um Arzneimittelkosten zu übernehmen.
    Gemeinsamer Bundesausschuss entscheidet

    Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte ist mit der Begleitforschung beauftragt. Diese begleitende Forschung besteht in einer Datenerhebung. Die übermittelten Daten werden in anonymisierter Form und nur zum Zwecke der wissenschaftlichen Forschung verarbeitet. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse will der Gemeinsame Bundesausschuss nutzen, um zu entscheiden, in welchen Fällen Cannabis zukünftig auf Kosten der GKV verordnet wird.

    Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist das oberste Beschlussgremium der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen. Ihm gehören Vertreter der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen an. Der G-BA entscheidet, welche Leistungen von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bezahlt werden.

    Original Source

    Written by: Federal Government of Germany - Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland, Betäubungsmittelrecht geändert - Cannabis für Schwerkranke auf Rezept, https://www.bundesregierung.de

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Recent User Reviews

  1. detoxin momma
    5/5,
    ""
    i cant read it, its in german, but it looks great!! pretty handy, got a little pop up that said, "this is in german, translate??"

    great to see a seasoned member posting news!! :)
    TheBigBadWolf likes this.
    1. TheBigBadWolf
      yeah
      -Twp things:
      -> I wanted to put it up on the News Section of the German Language Subforum -which seems not(yet) to be working.
      -> So I had to come up with a different solution to which I have to say that I am sorry I couldnt get the text in English - translation of this kind of texts needs utmost care to exactly re-write, plus - which was the bigger problem - it needs the time to translate in an appropriately careful way.
      I've thrown it through translate.google.com and what I thought would happen happened - the translation was useless from first to last sentence. Grr. :o
      Anyhow, it (automatted translation) may be a *tiny wee*bit of help to understand the main drift of this 'article' (which is actually not taken from a news site but from the public-relation site of the German Federal Government).
      I would have thought German Govt. have their site translated fully to at least English.
      Hm. how poor is that.
      In this special case it didnt matter, no political colouring of whatever wavelength.

      I hope this article can be moved at an appropriate time, (and maybe, but only a real tiny chance could be I become bored so much that I go brain-to- hand-translate it.)
      Which I promise to think over if there are more interested readers who want a more global language to be lazy in ;)
      Dare me.
      BBW

Comments

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  1. Beenthere2Hippie
    I cannot read most of this, but my Nana's Yiddish does come in helpful with some of it. God bless grandma's teaching her granddaughter Yiddish!
  2. perro-salchicha614
    @Alfa, It says I have insufficient privileges to post in that forum.
  3. perro-salchicha614
    @Alfa, Can we post articles in languages other than English? I occasionally come across articles that Spanish-speaking members might find interesting. Sorry if this is off-topic, I didn't know where to ask about it.
    1. Alfa
      Such things can be discussed in the site use forum.
      TheBigBadWolf likes this.