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Discussion in 'Recht & Gesetz' started by moeBius, Jan 20, 2005.

  1. moeBius

    moeBius Gold Member

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    da es sicher den einen oder anderen interessieren könnte:

    das deutsche btmg als pdf.

    das schweitzer betäubungsmittelgesetz

    die österreichische suchtgiftverordnung



    desweiteren eine liste von überwachten chemikalien, gültig für de:

    1. Das GÜG (Grundstoffüberwachungsgesetz)
    Dieses ist in 3 Kategorien unterteilt:
    Kategorie 1 beinhaltet Chemikalien für deren Erwerb, Herstellung und Handel man eine Genehmigung benötigt.
    Folgende Stoffe sind darin aufgeführt:
    Ephedrin
    Ergometrin
    Ergotamin
    Lysergsäure
    Norephedrin (in der EU seit 8.2.01)
    1-Phenyl-2-propanon (BMK, Phenylaceton)
    Pseudoephedrin
    N-Acetylanthranilsäure
    3,4-Methylendioxyphenyl-2-propanon (PMK)
    Isosafrol
    Piperonal
    Safrol (Sassafrasöl wird wegen des hohen Safrolanteils in Deutschland wie Safrol behandelt!!!)
    Kategorie 2 und 3 sind erst ab einer bestimmten Menge (in Klammern) genehmigungspflichtig.
    Der Händler muß aber jede Abgabe melden!!!

    Kategorie 2
    Essigsäureanhydrid (20L)
    Anthranilsäure und ihre Salze (1kg)
    Phenylessigsäure und ihre Salze (1kg)
    Piperidin und seine Salze (0,5kg)

    Kategorie 3
    Aceton (50kg)
    Diethylether (20kg)
    Methylethylketon (50kg)
    Toluol (50kg)
    Kaliumpermanganat (5kg)
    Schwefelsäure (100kg)
    Salzsäure (100kg)

    2. Das Monitoring-System (MS)
    Hierbei handelt es sich um Chemikalien die "freiwillig" überwacht werden.
    a) Acetondicarbonsäure
    b) Ameisensäure
    c) Benzaldehyd
    d) Formamid
    e) Methylamin
    f) Methylisobutylketon
    g) Nitroethan
    h) N-Methylformamid
    i) Phenylpropanolamin (PPA)
    j) Succindialdehyd
    k) gamma-Butyrolacton
    Ich denke das Lithiumaluminiumhydrid auch hierunter fällt!!!

    3. Dies ist eine "inoffizielle" Liste von Chemikalien bei denen der Händler besonders "wachsam" sein soll, insbesondere wenn der Kunde "verdächtig aussieht" (z.b.: jung, langhaarig, tätowiert, piercing etc.). Substanzen die in den anderen Kategorie schon aufgeführt wurden habe ich hier weggelassen.
    Mit dieser Liste werden hauptsächlich Apotheker angesprochen.
    Zitat: "Die Polizei bittet die Apotheker um mithilfe. Bei entsprechenden Bestellungen sollte man versuchen, überprüfbare Daten von Personen zu erlangen.
    Auch die Notierung des KFZ-Kennzeichens kann nützlich sein."

    Acetaldehyd
    Acetonitril
    Acetylchlorid
    Acrylsäure
    Allylbenzol (wundert mich das diese Chemikalie nicht im GÜG aufgeführt ist!!!) Aluminium (auch die Folie!!!)
    Ammoniumformiat
    Anilin
    Bariumcarbonat
    Benzol
    Benzoesäureanhydrid
    Benzylchlorid
    Brom
    Brombenzol
    Bromwasserstoffsäure
    Butylamin
    Citral
    Cyclohexanon
    Diethylamin
    2,5-Diethoxytetrahydrofuran
    2,5-Dimethoxybenzaldehyd
    2,5-Dimethoxytetrahydrofuran
    2,5-Dimethoxytoluol
    Dimethylamin
    Dimethylsulfat
    Diphenylacetonitril
    Eisen(III)chlorid
    Ergonovin und seine Salze
    Essigsäure
    Gallussäure
    Hydroxylaminhydrochlorid
    Indol
    Iod
    Iodwasserstoffsäure
    Kaliumcyanid
    Kaliumiodid
    Kupfersulfat
    Lithiumaluminiumhydrid (denke das dass auch in Kategorie 2 fällt)
    Magnesium
    p-Menthadienol
    Methacrylsäure
    4-Methoxyindol
    Morpholin
    Natrium
    Natriumbisulfit
    Natriumborhydrid
    Natriumcyanid
    Natriumcyanoborhydrid
    Natriummethylat
    Nitromethan
    Oxalylchlorid
    Palladium (auf Bariumsulfat)
    Palladium(II)chlorid
    Palladium
    Perchlorsäure
    Phenylethylamin
    N-(1-Phenyl)-piperidin-4-on
    N-(1-Phenethyl-4-piperidinyl)-anilin, fluoranilin
    Phenyl-2-brompropan
    N-(1-(2-Phenylisopropyl)-4-piperidinyl)anilin
    N-(1-(2-Phenylisopropyl)-4-piperidin-4-on
    Phenylmagnesiumbromid
    Phosphorpentachlorid
    N-(4-Piperidinyl)-anilin
    4-Piperidinol, -on
    Platinkatalysatoren (-chlorid, -oxyd)
    Propionsäureanhydrid
    Pyrrolidin
    Quecksilber(II)chlorid
    Tetranitromethan
    Thiophen
    p-Toluolsulfonsäure
    3,4,5-Trimethoxybenzoesäure
    3,4,5-Trimethoxybenzylalkohol
    3,4,5-Trimethoxyphenylacetonitril
    3,4,5-Trimethoxyphenylpropen

    "In diesem Zusammenhang ist auch bei der Abgabe von organischen Lösungsmitteln, von Säuren, Laugen, Trockenmitteln (z.b. Natriumsulfat, Magnesiumsulfat) und Puffersubstanzen (z.b. Ammoniumchlorid und -acetat) Vorsicht geboten"

    greets
     
  2. YIPMAN

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    Das Betäubungsmittelgesetz (BtMG), ehemals Opiumgesetz (s. u.), ist ein deutsches Bundesgesetz, das den generellen Umgang mit Betäubungsmitteln regelt.

    Welche Stoffe und Zubereitungen vom Betäubungsmittelgesetz erfasst werden, lässt sich den Anlagen I bis III des Gesetzes entnehmen (§ 1 Abs. 1 BtMG):

    • Anlage I erfasst die nicht verkehrsfähigen Betäubungsmittel, (Handel und Abgabe verboten, etwa LSD),

    • Anlage II die verkehrsfähigen, aber nicht verschreibungsfähigen Betäubungsmittel (Handel erlaubt, Abgabe verboten, etwa Ausgangsstoffe wie Cocablätter) und

    • Anlage III die verkehrsfähigen und verschreibungsfähigen Betäubungsmittel (Abgabe nach BtMVV, etwa Morphin).
    Die Anlagen sind jeweils dreispaltig aufgebaut. Spalte 1 enthält die Internationalen Freinamen (INN) der Weltgesundheitsorganisation (etwa Amphetamin), Spalte 2 andere nicht geschützte Stoffbezeichnungen, wie Kurzbezeichnung oder Trivialnamen (etwa Amphetamin) und Spalte 3 die chemische Stoffbezeichnung (etwa (RS)-1-Phenylpropan-2-ylazan).

    Quelle: Wikipedia, Auszug aus dem BtMG


    Überblick über das deutsche Betäubungsmittelrecht

    [​IMG]

    Bildquelle: Wikipedia, Autor: G.Wansorra


    Obgleich Mitglied Moebius bereits zu den Gesetzestexten verlinkt hat, hier eine Sammling von aktualisierten Gesetzestexten, die bereits in die Dokumentensektion von DF hochgeladen worden sind:



     

    Attached Files:

  3. TheBigBadWolf

    TheBigBadWolf Imperial Wizzard Gold Member Donating Member

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    Zusätzlich hierzu, weil heute Fragen bezüglich der folgenden Texte auftauchten und da die links des OPs mittlerweile alle leider tot sind:

    Das österreichische Suchtmittelgesetz SMG in der Fassung vom Dez. 2011

    https://drugs-forum.com/forum/local_links.php?action=jump&catid=247&id=11504

    sowie eine aktuelle Fassung des deutschen BtmG (Betäubungsmittelgesetz)

    https://drugs-forum.com/forum/local_links.php?action=jump&catid=247&id=11503

    und
    das Schweizer Betäubungsmittelgesetz BetmG
    https://drugs-forum.com/forum/local_links.php?action=jump&catid=247&id=11505


    TBBW
     
    Last edited: Mar 16, 2012
  4. YIPMAN

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    Drucksache 317/12 | Sechsundzwanzigste Verordnung zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher Vorschriften

    Datum der Herausgabe: 25. Mai 2012


    A. Problem und Ziel

    Die Anlagen I bis III des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) werden an den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse angepasst.

    Mit dieser Verordnung werden zum Schutz der Gesundheit neue synthetische, psychoaktive Stoffe in die Anlagen des BtMG aufgenommen, um den Missbrauch dieser Stoffe einzudämmen und die Strafverfolgung zu erleichtern.

    Weiterhin wird in Anlage III des BtMG die Ausnahmeregelung für flüssige Tilidin/Naloxonhaltige Arzneimittel mit schneller Wirkstofffreisetzung gestrichen. Somit unterliegen auch diese vollständig den betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften.

    In der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) wird für ein Betäubungsmittel (BtM) die Höchstverschreibungsmenge entsprechend den Erfordernissen der medizinischen Therapie angepasst; für drei BtM werden zur Gewährleistung der Sicherheit und Kontrolle des BtM-Verkehrs erstmals Höchstverschreibungsmengen festgelegt.

    nach: Bundesrat - Entwurf, Tagesordnung der 898. Sitzung des Bundesrates, am Freitag, dem 6. Juli 2012, 9.30 Uhr | 47. Sechsundzwanzigste Verordnung zur Änderung betäubungsmitte rechtlicher Vorschriften, gemäß Artikel 80 Absatz 2 GG | Drucksache 317/12

    publiziert: Berlin, 19. Juni 2012

    Weitere Informationen - siehe hochgeladenes Originaldokument
    bzw. Zusammenfassung im Folgebeitrag - siehe unten.

    ...

    Die Bundesregierung verordnet
    • auf Grund des § 1 Absatz 2 des Betäubungsmittelgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 1. März 1994 (BGBl. I S. 358) nach Anhörung von Sachverständigen und
    • auf Grund des § 13 Absatz 3 des Betäubungsmittelgesetzes, der zuletzt durch Artikel 1 Nummer 1 Buchstabe b des Gesetzes vom 15. Juli 2009 (BGBl. I S. 1801) geändert worden ist:

    Artikel 1 - Änderung der Anlagen des Betäubungsmittelgesetzes

    Die Anlagen des Betäubungsmittelgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 1. März 1994 (BGBl. I S. 358), das zuletzt durch Artikel 1 der Verordnung vom 11. Mai 2011 (BGBl. I S. 821) geändert worden ist, werden wie folgt geändert
    ...

    Artikel 2 - Änderung der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung

    § 2 Absatz 1 Buchstabe a der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung vom 20.Januar 1998 (BGBl. I S. 74, 80), die zuletzt durch Artikel 2 der Verordnung vom 11. Mai 2011 (BGBl. I S. 821) geändert worden ist, wird wie folgt geändert:

    1. Nach Nummer 2 wird folgende Nummer 2a eingefügt: „Cannabisextrakt (bezogen auf den Δ9-Tetrahydrocannabinol-Gehalt) 1000 mg,“.
    2. Die Nummer 3a wird wie folgt gefasst: „Dexamfetamin 600 mg,“.
    3. Die bisherige Nummer 3a wird Nummer 3b.
    4. Nach Nummer 7 wird folgende Nummer 7a eingefügt: „Flunitrazepam 30 mg,“.
    5. In Nummer 13 wird die Zahl „2 000“ durch die Zahl „2 400“ ersetzt.
    ...

    Artikel 3 - Inkrafttreten

    Diese Verordnung tritt vorbehaltlich des Satzes 2 am Tag nach der Verkündung in Kraft. Artikel 1 Nummer 3 tritt am [einsetzen: Datum des ersten Tages des sechsten auf die Verkündung folgenden Kalendermonats] in Kraft.
    ...

    Die Anlage I des BtMG (nicht verkehrsfähige Betäubungsmittel) wird um die Position
    ...

    In Anlage II des BtMG (verkehrs-, aber nicht verschreibungsfähige BtM) werden folgende Amfetamin-Derivate unterstellt:
    • 4-Fluormethamfetamin,
    • p-Methoxyethylamfetamin
    • 4-Methylamfetamin
    ...

    In Anlage II des BtMG (verkehrs-, aber nicht verschreibungsfähige BtM) werden folgende Cathinon-Derivate unterstellt:
    • Butylon,
    • Ethcathinon,
    • Flephedron,
    • Methedron,
    • 3,4-Methylendioxypyrovaleron,
    • 4-Methylethcathinon,
    • Methylon,
    • Naphyron.
    ...

    Ebenfalls in Anlage II des BtMG werden folgende Piperazin-Derivate aufgenommen:
    • p-Fluorphenylpiperazin,
    • Methylbenzylpiperazin,
    • 3-Trifluormethylphenylpiperazin.
    ...

    In die Anlage II des BtMG werden weiterhin die folgenden synthetischen Cannabinoide aufgenommen:
     
    Last edited: Jun 26, 2012
  5. YIPMAN

    YIPMAN Palladium Member

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    Bitte lest euch zusätzlich den sehr aufschlussreichen Beitrag von Drats durch, in: welche rc s sind in deutschland 100% noch legal?
     
  6. Drats

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    Viele wundern sich vielleicht was 1-Adamantyl(1-Pentyl-1H-indol-3-yl)methanon ist. Und wer sich nicht oder nur wenig mit Chemie auskennt, hat erst recht keinen Durchblick bei dieser Bezeichnung. Primär handelt es sich um ein direktes Derivat von JWH-018, es wird auch als Adamantyl-JWH018 gesprochen. Da die Substanz direkt von JWH018 ableitet und zur Zeit von Spice gerade JWH018 großen Wirbel machte und wohl zu den bekanntesten Cannabinoiden bei den Research Chemicals zählt, war klar das direkte Ableger davon gerne verwendet werden. Die Substanz ist wohl in mehreren "Räuchermischungen" aufgetaucht, sie wurde auch schon vor einiger Zeit bei der Bfarm diskutiert, dort wurde es meines Wissens aber auch als Adamantyl Homolog von JWH018 betitelt.
    Merkwürdig ist das bei den anderen Substanzen deren gängiges Kürzel verwendet wird, hier aber nicht. Mittlerweile ist die Substanz auch als AB001 gekennzeichnet/betitelt.

    Hier was Wikipedia dazu zu sagen hat:
    (Quelle : Wikipedia (Englisch) unter dem Begriff AB-001)
    Deutsche Übersetzung (nicht offiziell, nur schnell von mir gemacht):
    Ich will hier nicht Off-Topic gehen, aber die Bezeichnung im Gesetzestext ist eben so unklar, das viele Käufer von Research Chemicals die Substanz kaufen würden, ohne zu wissen das sie hier verboten ist. Gerade wenn sie nur unter AB-001 aufgeführt ist und die chemische Bezeichnung anders formuliert ist wie im Gesetzestext:
    Wikipedia:
    1-Pentyl-3-(1-Adamantoyl)Indole
    Deutsche Formulierung in der geplanten BtmG Änderung:
    1-Adamantyl(1-Pentyl-1H-indol-3-yl)methanon

    PS: Die verschiedene Formulierung liegt oft an der Genauigkeit, im Gesetzestext muss es eben exakt und ganz ausführlich geschrieben werden. Beispielsweise steht auch neben "Amphetamin" die volle Bezeichnung, der Name selbst stammt aber von "alpha-methylphenethylamin" ab. Das Problem ist, ließt man etwas von Phenethylamin, muss man wissen wie die Grundstruktur von Phenethylamin aussieht. Theoretisch könnte man die Struktur des Moleküls mit dieser Bezeichnung nicht auf ein Blatt Papier bekommen (außer man kennt eben die Grundstruktur des Phenethylamins), bei 1-phenylpropan-2-amine ist das anders, denn die Zahlen geben Auskunft wo sich was befindet und somit wird die Struktur durch die Bezeichnung eindeutig erkenntlich.

    EDIT: Bei Problemen durch unbekannte Namensgebung oder unbekannten Kürzeln bei Cannabinoiden, kann man auch hier die gängigsten Sachen finden: http://www.namsdl.org/documents/SyntheticCannabinoidTradeNameandChemicalCompoundChart.pdf
    Aufgeführt sind Handelsnamen bzw. auch gängige Namen und sämtliche chemischen Bezeichnungen die verwendet werden.
     
    Last edited: Jun 26, 2012
  7. YIPMAN

    YIPMAN Palladium Member

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    28 weitere synthetische Substanzen in das Betäubungsmittelgesetz aufgenommen

    26. Verordnung zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher Vorschriften am 26. Juli 2012 in Kraft getreten.

    Mit der in den wesentlichen Teilen heute in Kraft getretenen Sechsundzwanzigsten Verordnung zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher Vorschriften werden ab sofort 28 neue psychoaktive Substanzen dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) unterstellt. Dabei handelt es sich um synthetische Derivate des Amphetamins, Cathinons, Piperazins, Kokains sowie synthetische Cannabinoide. Außerdem werden dem Betäubungsmittelgesetz mit sechsmonatiger Übergangsfrist flüssige Tilidin-Arzneimittel mit schneller Wirkstofffreisetzung (die missbrauchsfähig sind und auch missbraucht werden) unterstellt.

    Dazu erklärt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans: „Der Konsum dieser neuen synthetischen Substanzen ist mit unkalkulierbaren gesundheitlichen Risiken verbunden. Deshalb ist ein effektives Vorgehen gegen diese Substanzen notwendig. Mit der Unterstellung 28 weiterer Substanzen ist die Bundesregierung einen großen Schritt weiter gekommen. Das Verbot weiterer Substanzen wird folgen.

    Um noch effektiver auf die immer wieder neu auftretenden neuen Substanzen reagieren zu können, prüft die Bundesregierung derzeit, ob ganze Substanzgruppen dem BtMG unterstellt werden könnten, um einen Wettlauf zwischen dem Auftreten immer neuer Varianten einer Substanz und ihrer betäubungsmittelrechtlichen Regelung zu unterbinden.“

    Bei den neu unterstellten psychoaktiven Substanzen handelt es sich um chemische Abwandlungen bekannter Stoffe, die bereits bislang dem BtMG unterfielen. Die neuen Substanzen, die gelegentlich auch als „Designerdrogen“ oder fälschlicherweise und irreführend als „Legal Highs“ bezeichnet werden, sind professionell aufgemacht und werden verharmlosend z.B. als „Kräutermischungen“, „Raumlufterfrischer“ oder „Badesalze“ verkauft. Die wirklichen Inhaltsstoffe werden dabei nicht angegeben.

    Der Konsum neuer psychoaktiver Substanzen zieht teilweise schwere gesundheitliche Folgen nach sich: Die Symptome reichen von Übelkeit, heftigem Erbrechen, Herzrasen und Orientierungsverlust über Kreislaufversagen, Ohnmacht bis hin zu Lähmungserscheinungen und Wahnvorstellungen. In Deutschland mussten bereits mehrere Jugendliche, die die Gefahr unterschätzten, wiederbelebt werden.

    Datum: 26.07.2012
    Quelle: Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung