Ibogain Infos

Discussion in 'Ethnobotanik' started by 0utrider, May 25, 2008.

  1. 0utrider

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    Ibogain ist ein Indol-Alkaloid mit im weiteren Sinne halluzinogener Wirkung. Es kommt natürlich in verschiedenen Hundsgiftgewächsen vor; darunter vor allem inTabernanthe iboga.

    [h2] Geschichte [/h2]
    Ibogain wurde erstmals 1901 von sowohl von Dybowski und Landrin als auch von Haller und Heckel aus der Wurzelrinde der Tabernanthe iboga extrahiert. Im selben Jahr beobachteten französische Pharmakologen eine ungewöhnliche Art der Erregung bei Tieren. Phisalix vermutete eine halluzinogene Wirkung aufgrund des veränderten Verhaltens von Hunden. Nach weiteren klinischen Tests wurde das Alkaloid zur Unterstützung der Rekonvaleszenz und bei Neurasthenie empfohlen, wurde dann aber kaum eingesetzt. In den 1940er Jahren veröffentlichte Raymond-Hamet mit Kollegen Untersuchungen zur pharmakologischen Wirkung auf isoliertes Zellgewebe und das kardiovaskuläre System.
    In Frankreich wurde von 1939 bis 1967 ein Stimulans namens Lambarene verkauft. Eine Tablette enthielt 8 mg
    Ibogain, welches aus Tabernanthe manii, einer Verwandten der Tabernanthe iboga, extrahiert wurde. Ein weiterer Ibogainextrakt, Iperton, wurde als Tonikum verkauft.

    Die anspruchsvolle Totalsynthese gelang 1966 Buechi et al. Inzwischen sind etwa 15 weitere Methoden der Synthese bekannt. Alle Synthesemethoden sind aufwändig und beinhalten die Trennung von Stereoisomeren. Daher wird heutzutage praktisch nur aus Pflanzen extrahiertes Ibogain in der Form von Ibogain-Hydrochlorid verwendet.
    Obwohl Iboga und Ibogain bereits seit 1967 in den USA verboten sind (Schedule I), wurden nur einmal im Jahre 1983 etwa 3 Gramm Ibogain-Hydrochlorid polizeilich beschlagnahmt. Im Dezember 2005 wurde ein Ehepaar wegen geplanter Einfuhr von Ibogain in den USA festgenommen. Dies ist die bisher einzige bekannte Verhaftung wegen Ibogain überhaupt. Der Prozess steht noch aus. [1] (http://www.casperstartribune.net/ar...s/casper/63d98859d5a2fa44872570d2000aa162.txt)
    1989 wurde Ibogain in die Dopingliste des Internationalen Olympischen Komitees aufgenommen.


    [h2] Wirkung [/h2]
    Ibogain wirkt in geringen Dosen stimulierend. Höhere Dosierungen (ab 5-10 mg/kg Körpergewicht) lösen Visionen aus, d.h. bei geschlossenen Augen werden in einer Art traumähnlichem Erleben schnelle Abfolgen von Bildern und Filmen gesehen, oft mit intensivem emotionalem und auch religiös-mystischem Empfinden. Halluzinationen bei geöffneten Augen treten hingegen kaum auf. Daher ist die Wirkung nicht mit der von bekannteren Psychedelika wie LSD vergleichbar. Es wurde vorgeschlagen statt halluzinogen das Wort oneirisch, d.h. Traum-erzeugend, zu verwenden.
    Die Wirkung hält zwischen acht und zwölf Stunden an wobei die akut visionäre Phase nur vier bis acht Stunden dauert. Rund ein Fünftel der Konsumenten berichtet von subjektiven Nachwirkungen noch 24 Stunden nach der Einnahme, 15 Prozent sogar noch nach 36 Stunden.
    Noch höhere Dosierungen führen zu Krämpfen, Lähmungserscheinungen und können im Tod durch Atemstillstand enden. Des weiteren besteht die Gefahr von Herzrhythmusstörungen, was im schlimmsten Fall zum plötzlichem Herztod führen kann.
    Ibogain greift in Neurotransmittersysteme des periphären und zentralen Nervensystems ein und ist ein MAO-Hemmer [2] (http://www.ibogaine.org/naranjo.html#l1). Es vermindert den Blutdruck, den Appetit und die Verdauungstätigkeit und ist daher möglicherweise auch ein Cholinesterasehemmer.


    [h2] Drogenentzug [/h2]
    In den 1960er Jahren entdeckte Howard Lotsof die suchtunterbrechende Wirkung von Ibogain und erhielt in den 1980er und 90er Jahren mehrere US-Patente für die Therapie mit Ibogain.
    Seit Mitte der 1980er Jahre bieten Selbsthilfeorganisationen und Privatleute, aber auch Ärzte, den Entzug mit Ibogain an, sowohl in klinischer wie auch in informeller Umgebung. Während Ibogain in den meisten Ländern zwar nicht als Medikament zugelassen, aber auch nicht illegal ist, hat sich in den USA aufgrund des dortigen Verbots eine Untergrundbewegung gebildet.
    Der genaue Wirkungsmechanismus, nach dem das Alkaloid Abhängigkeiten durchbrechen soll, ist nicht bekannt. Probanden, denen Ibogain verabreicht wurde, beschrieben wiederholt, dass sie während des Rausches Situationen wiedererlebt hatten, die ihrer Meinung nach für ihre Abhängigkeit ausschlaggebend waren. Andere berichteten von Visionen, die ihnen halfen, die ihrer Sucht zugrundeliegenden Ängste zu erkennen und zu überwinden.


    [h3] Medizin und Pharmakologie [/h3]
    Ibogain soll einen relativ schnellen, schmerzfreien und komplikationsarmen Entzug von Opiaten ermöglichen. Neuere Untersuchungen deuten auf eine Erhöhung des Nervenwachstumfaktors GDNF (Glial Cell Line-Derived Neurotrophic Factor) im Gehirn hin. Im Tierversuch konnte nachgewiesen werden, dass an Alkohol gewöhnte Ratten bei erhöhtem GDNF-Pegel im Gehirn weniger Ethanol konsumierten und auch nach einer zweiwöchigen Abstinenzphase eine geringere Rückfallquote aufwiesen als eine unbehandelte Kontrollgruppe.[3] (http://www.wissenschaft.de/wissen/gutzuwissen/248661.html)
    Ibogain wird in der Leber metabolisiert zu Noribogain (12-hydroxyibogamin) [4] (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=PubMed&list_uids=8725004&dopt=Citation), dieser Metabolit unterliegt einem moderaten Depot-Effekt. Man geht heute nicht davon aus, dass der Metabolit die zentrale Rolle spielt beim Abstinenz-Phänomen.
    Aufgrund stärkerer Nebenwirkungen und der nicht gegebenen toxikologischen Unbedenklichkeit, dürfte die Verwendung von Ibogain als Arzneimittel für die Zukunft ausgeschlossen bleiben. Bemühungen, verbesserte Wirkstoffe zu entwickeln und ferner den Wirkmechanismus des Abstinenz-Phänomens zu erklären, führten zu einer Reihe von synthetischen Ibogain-Derivaten, von denen eines das 18-Methoxycoronaridin ist, kurz 18-MC. 18-MC zeigte in Tierversuchen deutlich geringere Nebenwirkungen als Ibogain. Pharmakologisch ist diesen Verbindungen gemein, dass sie kanalblockierend an einen speziellen Nikotin-Rezeptor binden vom Subtyp alpha3beta4. [5] (http://www.biopsychiatry.com/ibogainecong.htm) [6] (http://www.ibogaine.org/18-mc/) [7] (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/...d&dopt=Abstract&list_uids=15862802&query_hl=2) [8] (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/...d&dopt=Abstract&list_uids=15178360&query_hl=2)
    Derzeit leitet Dr. Deborah Mash ein Forschungsprojekt an der University of Miami, School of Medicine.


    [h2] HIV und Hepatitis [/h2]
    Ibogain besitzt antivirale Eigenschaften. [9] (http://www.ibogaine.org/v_hernandez.html)
    So wurde nachgewiesen, daß 18-MC Wachstum und Ausbreitung von HIV-1 in menschlichen Blutzellen hemmt. [10] (http://www.cababstractsplus.org/google/abstract.asp?AcNo=20043175150). Anekdotisch ist zumindest ein Fall bekannt, bei dem ein vorher positiv auf HIV getesteter einige Wochen nach der Einnahme von Ibogain ein negatives Testergebnis hatte.
    Man hat außerdem beobachtet, daß Ibogain die Konzentration von Hepatitis C-Viren verringert, sowohl bei einmaliger Gabe als auch bei regelmäßiger Einnahme kleinerer Mengen. Im Jahre 2005 wurde ein Patent für die ibogaingestütze Behandlung von Hepatitis C beantragt. (kurze ppt-präsentation hier: [11] (http://www.ibogaine.org/hcv_ibogaine.ppt) )


    [h2]Psychotherapie[/h2]
    In den 1960ern und 1970ern experimentierten die Psychologen Leo Zeff und Claude Naranjo in den USA und Chile mit verschiedenen Drogen im Rahmen einer psychoanalytischen Gesprächstherapie. Dabei wurden auch mit Ibogain interessante Ergebnisse erzielt, die Naranjo in seinem Buch "Die Reise zum Ich. Psychotherapie mit heilenden Drogen" (1979) im Kapitel "Ibogain - Wachtraum und Wirklichkeit" festgehalten hat. Er berichtet vom Neubewerten von Kindheitserinnerungen, neuen Einsichten in die eigene Persönlichkeit mit ihren Problemen und transpersonalen Erfahrungen. Aufgrund der eher niedrigen Dosierung (3-5mg/kg), der psychoanalytischen Ausrichtung und seinen Bemühungen, mit den Patienten im Gespräch zu bleiben, verliefen die Trips eher Ibogain-untypisch. So berichet Naranjo wiederholt von Wutausbrüchen, die wohl eher auf sein bohrendes Nachfragen als auf die Droge an sich zurückzuführen sind, die normalerweise zur - nach außen hin friedlichen - visionären Innenschau führt.
    Eine neuere These zum Thema "Ibogain in der Behandlung Posttraumatischer Störungen (PTSD)" wurde bei www.maps.org veröffentlicht. [12] (http://www.maps.org/news-letters/v08n1/08105and.html)




    [h2]Ibogain in der Praxis[/h2]


    !!!Warnung!!!
    Keiner der Hinweise in diesem Artikel soll zum eigenmächtigem experimentieren mit Ibogain auffordern! Alle gegebenen Informationen dienen ausschliesslich der Wissensvermehrung und geben Hinweise zur Sicherheit, Schadensverhütung und Risikominimierung. Alle hier gesammelten Informationen sind nach bestem Wissen und Gewissen aus unterschiedlichen Quellen (meist Internet), privaten Konversationen (meist per Email) und eigener Erfahrung zusammengestellt worden. Fehler lassen sich dabei nicht ausschließen sondern sind wahrscheinlich. Da auch Fachleute, dh Suchtmediziner, Neurologen und Pharmakologen, im Bezug auf Ibogain unterschiedliche Meinungen vertreten, ist eine gänzlich objektive Darstellung kaum möglich, zumal viele Aspekte noch nicht wissenschaftlich erforscht sind. Jede praktische Umsetzung des hier gesagten erfolgt auf eigene Gefahr und gegen ausdrücklichen Rat!
    Ibogain ist eine sehr mächtige psychedelische und entheogene Droge und Medizin, die tief in die Psyche und in die chemischen Prozesse des Gehirns eingreift. Sie stellt ein einzigartiges Mittel zur Bekämpfung von Suchtproblem dar, sowohl kurzfristig, um Entzugserscheinungen zu unterdrücken und die Entgiftung zu beschleunigen, als auch längerfristig, um Rückfälle zu vermeiden. Jede Anwendung muss mit dem nötigen Respekt und Verantwortungsbewusstsein durchgeführt werden.
    Bei der Einnahme von Mengen im visionären Bereich sollte immer ein Tripsitter mit guten Kenntnissen der Materie und idealerweise mit bereits vorhandener eigener Erfahrung in Konsum und Verabreichung anwesend sein. Das gesagte gilt um so mehr beim Ibogain-gestützen Drogenentzug. Gerade weil Ibogain für viele Menschen mit Suchtproblem eine enorme Hilfe sein kann und es außerdem in Deutschland und Österreich glücklicherweise nicht verboten ist, sollte man vorsichtig damit umgehen. Ein eventueller gesundheitlicher Schaden oder gar ein Todesfall wäre nicht nur sehr tragisch und unnötig sondern könnte ein Verbot nach sich ziehen. Damit würde allen Menschen, die sich von Ibogain Heilung versprechen, die Möglichkeit genommen werden es hierzulande problemlos zu beziehen und anzuwenden. So ist Ibogain in der Schweiz verboten worden, nachdem eine Frau mit bereits bestehendem Herzfehler von ihrem Psychiater eine lethale Kombination von Ibogain und MDMA erhalten hatte.
    Generell gilt: Es ist besser sich eine professionelle Ibogainbehandlung bei Providern mit Erfahrung und medizinischer Ausbildung zu suchen als selbst zu experimentieren. Gerade bei Suchtbehandlungen erhöhen sich die Erfolgschancen mit einem guten Behandler.
    Noch eine Warnung
    Ibogain ist keine Spass- und Freizeitdroge. Für unerfahrene und ungeübte ist die Wirkung häufig unangenehm. Bei niedriger bis mittlerer Dosierung (ca. bis 400mg) kann Unruhe, Nervosität, Unsicherheit und Angst bis hin zur Panik auftreten, bei höheren Dosierungen werden mitunter schreckliche, alptraumhafte Wachträume intensiv durchlitten und der Proband wird von Dämonen aller Art heimgesucht, oder es werden traumatische Situationen aus dem eigenen Leben, oft aus der frühen Kindheit, noch einmal durchlebt. Noch Tage nach dem Ibogainerlebnis können sich bisher verdrängte Gefühle entladen und bisher unbeachtete Probleme bewusst werden.
    Alle geschilderten Symptome sind besonders typisch, wenn Ibogain zur Suchtbehandlung eingesetzt wird, und tragen sicher ganz wesentlich zur einzigartigen Heilwirkung des Ibogains bei.




    [h3]Ausschlusskriterien[/h3]
    Ibogain darf nicht genommen werden bei

    • Schwangerschaft

    • hohem Alter

    • Erkrankung oder Fehler des Herzens

    • schwerem Leber- oder Nierenschaden

    • einer Persönlichkeitsstörung

    • akuter Psychose

    • sehr schlechtem körperlichen Gesamtzustand




    [h3]Gefährlichkeit[/h3]
    Schätzungsweise etwa 2000 Menschen im Abendland haben Ibogain genommen, darunter viele Langzeitdrogensüchtige mit angegriffener Gesundheit. Dabei gab es acht bekannte Todesfälle, dazu kommen vermutlich noch ein paar, die nicht bekannt sind. Ein bereits bestehender Herzfehler oder Mischkonsum mit anderen Drogen scheint für die Mehrzahl der Todesfälle verantwortlich zu sein. Nicht bei allen Todesfällen ist die genaue Ursache klar. Daher kann ein gewisses Restrisiko für Leib und Leben auch für gesunde Menschen nicht völlig ausgeschlossen werden.
    Vor geplanter Einnahme von Ibogain ist ein gründliches Durchchecken beim Hausarzt angebracht, inklusive EKG, Leber- und Nierenwerten. Dies gilt besonders für Menschen mit Drogenabhängigkeit oder anderweitig ungesunder Lebensweise.
    Nach all diesen Warnhinweisen kann gesagt werden, daß Ibogain normalerweise - in vernünftiger Dosierung - gut vertragen wird und sich im Allgemeinen längerfristig positiv auf die psychische und physische Gesundheit auswirkt.


    [h3]HCl und Wurzelrinde[/h3]
    Ibogain liegt entweder in der Form von gestückelter oder zerkleinerter Wurzelrinde (engl. rootbark), einem Wurzelrindenextrakt oder - am häufigsten - als reines, aus der Wurzelrinde extrahiertes, Ibogain-Hydrochlorid vor. In den beiden erstgenannten finden sich noch andere Alkaloide außer dem Ibogain.
    Vorteile des IbogainHCl:

    • keine unbekannten Beistoffe
    • genau dosierbar
    • problemlos in Kapseln einzunehmen
    • weniger Belastung für den Magen
    • geringerer Bodyload
    Vorteile der Wurzelrinde:

    • die anderen Alkaloide machen den Trip sanfter und dafür länger
    • preiswerter als HCl
    Speziell Anwender mit schulmedizinischer Ausbildung bevorzugen HCl. Wer sich der Naturheilkunde verbunden fühlt neigt meistens eher zur Wurzelrinde, die als naturnahes Produkt eventuell vorteilhafter für Körper und Psyche sein könnte.
    HCl kann pur mit Flüssigkeit eingenommen werden. Wasser oder Kräutertees eigenen sich gut, Ingwertee hilft gegen Übelkeit. Um den eher unangenehmen Geschmack zu vermeiden, wird es oft in Gelatine-Kapseln eingefüllt und geschluckt. Den direkten Kontakt mit der Zunge kann man auch vermeiden, wenn man das HCl auf einem Löffel Joghurt einnimmt. HCl ist mäßig in Wasser löslich, dazu am besten in lauwarmes Wasser geben und gut verrühren. Für 1g HCl benötigt man etwa 0,5l Wasser. Durch die Zugabe von Ascorbinsäure oder Zitronensaft wird die Löslichkeit erhöht. Getrunken wird das HCl schneller vom Körper aufgenommen als gegessen. Eine konzentrierte Lösung kann auch als Einlauf rektal verabreicht werden. Vor allem für Menschen, die sich leicht übergeben, und daher das Ibogain bei oraler Einnahme erbrechen würden, bevor es vom Magen aufgenommen werden kann, ist diese Methode von Vorteil. Es ist anzumerken, daß eventuelles Schwindelgefühl, Übelkeit und Erbrechen vor allem durch die Wirkung des Ibogains auf das vegetative Nervensystem ausgelöst werden. Daraus folgt, daß diese Symptome auch bei rektaler Gabe auftreten können, mit dem Unterschied, daß dann eventuell noch unverdautes Ibogain nicht erbrochen werden kann. Zur genauen Dosierung des HCls benötigt man eine Feinwaage.
    Die Wurzelrinde wird in möglichst kleingehacktem Zustand mit viel Flüssigkeit geschluckt. Manchen Leuten macht es allerdings Probleme, eine ausreichende Menge davon runterzuspülen, vor allem wenn die Wurzelrinde eher schwach ist, und daher eine größere Menge eingenommen werden muss.


    [h4]flüssiger Wurzelrindenextrakt[/h4]
    Aus Wurzelrinde lässt sich auch ein flüssiger Auszug herstellen. Dazu wird Alkohol in Verbindung mit Säure und Gerbstoffen benötigt, dh zB Wodka mit Zitronensaft und Rotwein. Die Wurzelrinde wird ein paar Tage eingeweicht. Wenn die Stücke der Wurzelrinde keinen deutlich bitteren Geschmack mehr haben, wird die Mischung kurz ausgekocht, um den Alkohol verdampfen zu lassen. Nach dem Abkühlen und Sieben kann der Auszug getrunken werden. Im Kühlschrank hält er sich ca. 2 Wochen. Wegen des unguten Geschmacks, der möglicherweise Übelkeit und Brechreiz auslöst, ist diese Methode nur bedingt zu empfehlen, aber beispielsweise bei Wurzelrinde mit geringem Alkaloidgehalt sinnvoll. Beim Aufkochen sollte die Herdplatte nicht auf maximale Hitze gestellt werden, da die Alkaloide bei etwa 150 °C schmelzen und kaputt gehen.


    [h3]Setting für eine visionäre Dosis[/h3]

    • abgedunkelter, möglichst stiller, warmer Raum
    • Tuch/Hemd/Schlafmaske zum über die Augen legen
    • Bett mit leichter Decke
    • Eimer für Kotze
    • Tripsitter
    Mehr braucht man nicht. Hier gilt: weniger ist mehr, unnötige Ablenkungen vermeiden.


    [h3]Riechen[/h3]
    Manche Leute räuchern das Zimmer aus spirituellen Gründen vorher gern mit Salbei aus. Da die Nase zeitweilig empfindlicher wird und Rauch während des Trips von den meisten als unangenehm empfunden wird sollte auf Räucherstäbchen oder Weihrauch aber verzichtet werden. Das gilt auch für Tabakrauch, sogar wenn der Probant selbst Raucher ist. Duftöle, zB Lavendel mit einem Spritzer Citronell, können jedoch (sparsam) verwendet werden.


    [h3]Hören[/h3]
    Bei einem starken Trip mit heftigen Visionen ist Musik eher störend, zumal häufig eine Art inneres, tiefes, dröhnendes Rauschen gehört wird. Bei einem schwächeren Trip empfinden viele Musik als angenehm und das musikalische Erleben ist intensiver. Neben Entspannungsmusik oder nach eigenen Vorstellungen selbstzusammengestellten mp3-playlists bietet sich auch in Afrika traditionell bei Ibogaininitiationen verwendete Musik an. [13] (http://www.worldmusicstore.com/index.asp?PageAction=VIEWPROD&ProdID=1414)


    [h3]Sehen[/h3]
    mit offenen Augen (OEVs): Halluzinationen bei geöffnetem Auge sind bei Ibogain ungewöhnlich, aber nicht ganz ausgeschlossen. Leichte optische Verschiebungen sind normal. Schnelle Bewegungen werden in klar unterscheidbaren Einzelbildern wahrgenommen (zB wenn die Hand vor den Augen hin- und herbewegt wird). Gelegentlich scheint eine Art weissblaues, vibrierendes Netz über allem zu liegen. Häufiger sind neonblaue Lichtblitze. Typisch ist auch das Gefühl, daß sich gerade etwas am Rand oder knapp außerhalb des Gesichtsfelds bewegt hat. Bei hoher Dosierung können leichte optische Effekte noch nach Tagen auftreten. Nicht nur aus diesem Grund muss nach einer visionären Dosis für ein paar Tage auf das Lenken eines Autos verzichtet werden.
    mit geschlossenen Augen (CEVs): Intensive traumartige Abfolgen von Bildern und Filmsequenzen sind beim Ibogainrauschs typisch und ganz zentral. Dabei erscheinen Landschaften, Personen und Situationen klar und unverzerrt. Abstrakte psychedelische Muster sind ebenfalls möglich, aber seltener. CEVs treten jedoch nicht immer und nicht bei jedem auf.


    [h3]Bewegung und Übelkeit[/h3]
    Jede unnötige Bewegung ist zu vermeiden, da sie Übelkeit auslösen oder verstärken kann. Am besten still auf dem Rücken oder auf der Seite liegen. Beim Klogang sollte der Tripsitter den Probanten stützen. Brechreiz und Erbrechen ist normal, vor allem direkt vor Beginn der Visionen und später beim Abklingen der Wirkung. Gerade bei Entgiftungen scheint der Körper immer und immer wieder alles von sich geben zu wollen.
    Bei niedriger Dosierung treten all diese Probleme nicht oder nur schwach auf.


    [h3]Bei Entgiftungen zu beachten[/h3]


    [h4]Trinken[/h4]
    Viel trinken! Die meisten Drogenabhängigen sind dehydriert. Ausreichend trinken ist vor, während und nach der Behandlung wichtig und hilft vermutlich auch beim Ausschwemmen von Giftstoffen. Idealerweise sollte bereits eine Woche vor Einnahme des Ibogains mit einer Trinkkur begonnen werden. Alkohol, Kaffee, Schwarztee und Softdrinks wie Cola vermeiden. Wasser, Kräutertees und Saftschorle sind zu empfehlen. Am Tag des Trips selbst muss auf Kaffee verzichtet werden. Während des Trips sollte ein Glas Wasser in greifbarer Nähe stehen und der Tripsitter sollte darauf achten, daß genug getrunken wird. Übertriebenes trinken (einen Liter oder mehr auf einmal) ist jedoch eine unnötige Belastung für Niere und Kreislauf und sollte vermieden werden.


    [h4]Krämpfe und Krampfanfälle (Grand Mal, Epilepsie)[/h4]
    Da Ibogain selbst leicht entkrampfend wirkt, tritt diese Problematik glücklicherweise nur äußerst selten auf. Bei bekannter Neigung des Patienten zu Krampfanfällen, generell oder beim Entzug, sollten krampflösende Benzodiazepine, zB Diazepam oder Clonazepam (ev. in Form von Rektaltuben), bereitliegen. Die bisher bekannten Krampfanfälle haben sich alle mindestens acht Stunden und spätestens 2 Tage nach Einnahme des Ibogains, dh beim Abklingen der Wirkung, ereignet. Neben der Gabe von Benzodiazepinen wirkt unter Umständen auch nochmalige Verabreichung einer kleinen Menge Ibogain (50-150mg) entspannend und entkrampfend. Sollten die Krampfzustände nicht sofort aufhören ist selbstverständlich ein Arzt zu rufen.


    [h4]Schlafen[/h4]
    Schlafrhythmus, -dauer und -qualität stehen in engem Zusammenhang mit körperlichem und psychischem Befinden und Suchtproblemen. Die Ibogavisionen als intensive Wachträume scheinen ein Defizit an REM-Schlaf zu beheben und als eine Art "Vorausträumen" das Bedürfnis nach REM-Schlaf zu vermindern. Im Allgemeinen wird nach Ibogain mittelfristig weniger Schlaf benötigt. Wenn Ibogain zum Entzug von zB Methadon oder zur Unterstützung eines Benzoentzugs eingesetzt wird, wird der Patient danach möglicherweise für einige Tage oder wenige Wochen garnicht richtig schlafen können, ein Problem, das auch bei konvenionellem Entzug auftaucht. Da Ibogain die anderen Entzugserscheinungen vermindert und mittelfristig deutlich stimmungsaufhellend agiert, ist die Schlaflosigkeit aber leichter zu ertragen. Aufgrund der nachhaltig stimulierenden Wirkung des Ibogains können aber auch Unruhe und Nervosität auftreten.
    Cannabis kann Schlaf sowie Entspannung effektiv fördern und residuales Unwohlsein unterdrücken, da jedoch nicht jeder gleich auf THC reagiert und aufgrund der Rechtslage kann es nicht generell empfohlen werden.
    Benzodiazepine helfen sehr wirkungsvoll, sollten aber wegen des Suchtpotentials auf keinen Fall längerfristig eingenommen werden, zumal wenn Ibogain zur Suchtbehandlung eingesetzt wird. Da Benzos, auch durch Unterdrückung des REM-Schlafs, die psychische Verarbeitung des Erlebten verzögern oder verhindern und auch die körperliche Entiftung nicht grade fördern macht längerfristige Anwendung keinen Sinn. Für Notfälle oder starke Unruhe direkt nach dem Trip bleiben sie aber das wirksamste Medikament.
    Die Anwendung von

    • rezeptfreien Schlafmittel (etwa Doxylaminsuccinat (zB in Hoggar oder Schlafsterne) oder DPH)
    • natürlichen Beruhigungsmitteln (wie Melisse, Hopfen oder Baldrian)
    • Melatonin (relativ kurze Wirkungsdauer, mögliche Schädlichkeit umstritten)
    • Entspannungsbädern
    hilft bei echten Schlafstörungen aufgrund von Benzo- oder Methadonentzug wenig, kann jedoch eventuell etwas Erleichterung bringen.
    Ansonsten gilt: An Schlaflosigkeit stirbt man nicht, der Körper nimmt sich was er braucht. Der Verzicht auf schlaffördernde Substanzen, ruhige Bewegung an frischer Luft und die Vermeidung von Mediendauerkonsum (wie zB Fernsehen) wird am schnellsten wieder zu einem gesunden, regelmäßigen Schlaf führen.
    Wer Ibogain nicht zum Entzug, sondern eher aus Interesse an Entheogenen und Psychedelik nimmt, schätzt im Allgemeinen das verminderte Schlafbedürfnis in Verbindung mit gehobener Stimmung.


    [h4]Entzug von Opiaten/Opioiden[/h4]
    Die größten Erfolge hat man mit Ibogain beim Entzug von Opioiden. Entzugserscheinungen und Suchtdruck werden effektiv bekämpft. Es gibt keine andere bekannte Substanz, die auch nur annähernd so schnell und nachhaltig von Heroin, Methadon usw. entgiftet. Das Verlangen nach Heroin oder ähnlichem wird oftmals auf Dauer gestoppt, bei einer wirklich erfolgreichen Behandlung für den Rest des Lebens. Bei den meisten Junkies sind für längerfristige Abstinenz aber noch andere Maßnahmen nötig (Wechsel des sozialen Umfelds, Therapie in welcher Form auch immer, Meditation, Yoga, Sport, usw.). Mit ein oder zwei Wiederholungen der Ibogainbehandlung nach einigen Monaten (auch wenn kein Rückfall vorliegt) erhöht sich die Chance dauerhafter Abstinenz (sofern diese überhaupt erstrebt wird). Selbst Menschen, die 20 oder 30 Jahre lang mit Methadon substituiert worden sind, haben mit Ibogain den Ausstieg - quasi über Nacht - geschafft.

    Generell gilt: DIE GLEICHZEITIGE KOMBINATION OPIOID + IBOGAIN IST TÖDLICH! Nimmt ein körperlich Abhängiger zusätzlich zur gewohnten Dosis seines Opiats/Opioids eine visionäre Dosis Ibogain ein, ist ein tödlich Ausgang ziemlich sicher, es sei denn, das Ibogain wird rechtzeitig wieder erbrochen. Wer mit Ibogain Entzug machen will, sollte nach der letzten Einnahme des Opiates so lange warten, bis keines mehr im Blut ist und die Entzugserscheinungen beginnen. Bei Heroin reichen dazu 12 Stunden, bei Methadon 3-4 Tage. Wer auf einem Opiat mit Langzeitwirkung ist, sollte eventuell ein paar Tage vor dem Ibogatrip auf ein kürzer wirkendes Opiat umsteigen, sofern dies möglich ist. Am besten wird das Ibogain in relativ ausgeruhtem Zustand genommen. Ideal ist zB wenn der Patient am späten Nachmittag des Vortags seinen letztes Heroin genommen hat, am Abend ohne Entzugserscheinungen ins Bett geht und dann am Morgen nach dem Aufwachen mit der Behandlung begonnen wird. Die Engiftung von Patienten, die mit größeren Mengen Methadon substituiert werden, gestaltet sich nicht ganz einfach. Häufig wird hierzu eine leicht visionäre Dosis Ibogain gegeben, dann einige Tage mit Hilfe von Benzoes und/oder Cannabis ausgeruht und dann nochmal eine stärke Dosis Ibogain gegeben. So eine Behandlung darf nur ein erfahrener Provider/Tripsitter durchführen.


    [h3]Cannabis[/h3]
    Zu Beginn einer Ibogainbehandlung sollte auf Cannabis verzichtet werden, um eventuelle Kreislaufprobleme und geistige Vernebelung zu vermeiden.
    Cannabis kann dafür in der abklingenden Phase des Ibogatrips die Wirkung noch einmal etwas zurückholen und die Visionen intensivieren. Unruhe, Übelkeit und andere unerwünschte Neben- und Nachwirkungen sowie etwaige residuale Entzugssymptome werden wirksam gelindert. Negative Wechselwirkungen mit Ibogain gibt es keine. Tatsächlich wird Cannabistee in Holland mit guten Erfolgen angewendet, um die ersten Tage und Wochen nach Ibogain-gestützer Entgiftung von harten Drogen zu erleichtern.
    Für harte Drogenkonsumenten ist ein Ibogain-gestützer Umstieg auf Cannabis durchaus ein akzeptales Ziel, und auch bei einer Reihe von chronischen Krankheiten kann medizinisches Marihuana eine große Hilfe sein.
    Trotzdem ist Cannabis nicht zwingend notwendig und viele brauchen es nicht oder mögen Ibogain - auch zur Entgiftung - lieber ohne Cannabis. Auch wer bisher von Alkohol oder Medikamenten abhängig war und noch keine Kontakte zur illegalen Drogenszene hatte sollte nicht unbedingt nach der Entgiftung damit anfangen, auch wegen möglicher Suchtverlangerung.
    Bei latenter Psychose darf natürlich nicht gekifft werden, aber dann sollte man sowieso nicht mit Ibogain hantieren, und auf gar keinen Fall in Eigenregie.
    Zur psychischer Abhängigkeit von Cannabis muss gesagt werden, daß THC im Gehirn andere Mechanismen als die üblichen Suchtdrogen anspricht und auslöst, Mechanismen, auf die wohl auch Ibogain kaum wirkt. Da aber Ibogainvisionen manchmal einen generellen Perspektivwechsel auslösen, können sie bei starken Gewohnheitskiffern auch zu vernünftigerem und gemäßigterem Hanfkonsum beitragen, garantiert ist das aber nicht.


    [h3]Alkohol[/h3]
    Alkohol in Verbindung mit Ibogain wird als unangenehm empfunden. Die Kombination beider Substanzen belastet den Körper, ist jedoch nicht unbedingt lebensgefährlich. Dh die Ibogainbehandlung zur Entgiftung kann bereits begonnen werden, wenn noch Restalkohol im Blut ist. Da starke Alkoholiker in der Regel eine angegriffene Gesundheit haben ist aber eine konventionelle stationäre Entgiftung aus Gründen der Sicherheit eher zu empfehlen. Ansonsten hat sich zur Entgiftung von Alkoholikern die Kombination von Ibogain mit moderaten Dosen Diazepam bewährt.
    Bei regelmäßige Einnahme kleiner und mittlerer Mengen Ibogains schmeckt und riecht Alkohol subjektiv widerwärtig. Auch der Alkoholrausch an sich kann nicht mehr genossen werden. Dadurch wird Rückfällen effektiv vorgebeugt.
    In verschiedenen Quellen im Internet wird fälschlicherweise behauptet, daß im Kongo ein aus Ibogawurzel und Palmwein hergestelltes Gebräu als Aphrodisiakum getrunken wird. Dies ist eine Fehlinformation. Bei dem beschriebenen Getränk wird eine andere Wurzel als Iboga verwendet.
    Nocheinmal soll betont werden, daß Ibogain keine Freizeitdroge sondern ein wirksames Medikament und Psychedelikum ist, welches Ängste und Emotionen hervorrufen kann, die bisher verdrängt worden sind. Da ist es nicht überraschend, wenn selbst geringe Dosierung manchmal Furcht, innere Unruhe, Unsicherheit, Trauer, Gewissensbisse usw. auslöst. Trockene Alkoholiker sind dafür besonders anfällig. Hier wäre zu überlegen, welche unterstützenden Maßnahmen nach der Entgiftung sinnvoll wären, wie etwa die Arbeit mit einem aufgeschlossenen Therapeuten oder der Besuch von Selbsthilfegruppen.


    [h3]Nikotin[/h3]
    Ibogain kann eine Nikotinabhängigkeit wirksam bekämpfen und das Verlangen nach Zigaretten drastisch reduzieren. Trotzdem reicht eine einmalige Ibogainbehandlung meistens nicht für sofortige und dauerhaft Abstinenz, vor allem wenn noch von anderen Drogen entzogen wird. Wer Nichtraucher werden will könnte nach einem Initialtrip mit Iboga durch die regelmäßige Einnahme kleiner Dosen zum Ziel kommen. Die Anwendung anderer Methoden, wie Umstellung auf Nikotinkaugummis, Kudzu, Allan Carr´s Easyway oder Akupunktur/TCM, kann ebenfalls eine grosse Unterstützung zur Ibogain-basierten Raucherentwöhnung sein. Vor und während eines großen Ibogatrips darf generell nicht geraucht werden.


    [h3]SSRIs[/h3]
    Ibogain sollte (wie auch andere psychedelische Drogen) nicht unter dem Einfluss von SSRIs eingenommen werden. Ibogain kann aber helfen, Symptome, die durch das Absetzten von SSRIs hervorgerufen werden, zu mildern. Ein richtiger Ibogaintrip sollte frühstens 2 Wochen nach Absetzen der SSRIs durchgeführt werden. Allerdings ist kein Fall bekannt, bei dem es wegen SSRIs zu Problemen bei der Einnahme von Ibogain gekommen wäre.
    Ibogain erhöht kurzfristig - wie viele andere Drogen auch - den Serotoninspiegel im Gehirn. Im Gegensatz du den meisten Drogen mit Missbrauchspotential scheint Ibogain aber auch längerfristig die Produktion von Serotonin anzuregen. Der "Afterglow" nach einem Ibogatrip - vermutlich durch das Noribogain, einem Metaboliten mit Depoteffekt, hervorgerufen - kann Tage oder Wochen dauern (manchmal entfaltet er sich erst nach ein paar Tagen), und wirkt deutlich Stimmungsaufhellend.


    [h3]Upper[/h3]
    Mit Ibogain wird mitunter auch die Abhängigkeit von Uppern unterbrochen oder sogar beendet. Zu diesem Thema gibt es noch relativ wenig Erfahrung und nur einige anekdotische Berichte. Die Erfolgquote scheint geringer als bei Opioidentzug zu sein und ehemalige Kokain- oder (Meth-)Amphetaminabhängige scheinen dem Ibogain geringere Bedeutung für die Überwindung der Sucht zuzuschreiben als ehemalige Opioidabhängige. Analog zum Opioidentzug ist zu beachten, daß Ibogain nicht mit Uppern gemischt werden darf (Lebensgefahr) und die Toleranz nach der Behandlung stark vermindert ist.


    [h3]Schmerzpatienten[/h3]
    Eine Einmalige Dosis Ibogain vermindert für einige Wochen die Toleranz sowohl gegenüber Opiaten als auch gegenüber anderen Schmerzmitteln und scheint generell unempfindlicher gegenüber Schmerzen zu machen. Schmerzpatienten können nach einer visionären Dosis Ibogain für einige Zeit ihre Medikamentation verringern und zB von Opiaten auf nicht-opioide Schmerzmittel umstellen. Anekdotisch wird berichtet, daß die tägliche Einnahme äußerst geringer und genaudosierter Mengen IbogainHCls (10-20mg) die benötigte Menge an Schmerzmitteln drastisch reduzieren kann. Niemand will und kann aber ständig Ibogain nehmen, Konsumpausen sind nötig. Eventuell variiert die erfoderliche Menge an Schmerzmitteln dann, wobei Ibogain wie gesagt - vielleicht aufgrund der Depotwirkung des Metaboliten Noribogain - auch nach Absetzten noch einige Tage oder Wochen positiv nachwirkt. Ein Fallbericht erwähnt einen Patienten, der alle 3 Monate eine Dosis im visionären Bereich und zusätzlich alle paar Tage eine Dosis von 50mg einnimmt und dadurch mit einer minimalen Menge an Opiaten auskommt, ohne dabei in früher bestehende missbräuchliche Konsummuster zurückzufallen. [14] (http://ibogaine.mindvox.com/index.html?Articles/MAPS-Ibogaine2.htm~mainFrame)
    !!!Warnung!!! Hier muss noch einmal betont werden, daß die Kombination von einer visionären Dosis Ibogain mit Opiaten tödlich ist, auch bei Menschen mit hoher Opiat-Toleranz. Bisher gibt es zur Thematik Ibogain bei Schmerzpatienten keinerlei wissenschaftliche Untersuchungen sondern nur wenige anekdotische Berichte. Wer hier Experimente plant könnte durchaus gute Resultate erzielen, sollte aber mit einer präzisen Waage und reinem IbogainHCl sehr vorsichtig und mit äußerst niedrigen Dosen, sowohl vom Ibogain (bsp. mit 5mg starten) als auch vom Opiat, hantieren.


    [h3]Dosierung[/h3]
    Die Dosis bei Ibogain wird überlicherweise in mg/kg angegeben, dh 10mg/kg entsprechen bei einem 70kg schwerem Menschen 700mg ibogaineHCl. Bei Wurzelrinde von guter Qualität kann man von etwa 5% Alkaloiden ausgehen, dh 10g Wurzelrinde entsprechen etwa 500mg HCl. Wieviel mg/kg eine geringe, mittlere und starke Dosis beträgt ist von Person zu Person unterschiedlich und kann sich auch bei der selben Person im Lauf der Zeit ändern. Alles unter 3mg/kg wird hier als schwach oder gering bezeichen, 3-8mg/kg als mittel und alles drüber hinaus, also etwa 10-25 mg/kg, als stark.
    Um eine Entgiftung von Opioidabhängigen durchzuführen ist eine große Dosis im visionären Bereich erforderlich. Unabhängig davon meinen einige Leute, daß eine große Dosis zumindest einmal im Leben nötig ist, damit die Substanz ihr volles psychologisch-spirituelles Potential zur Heilung entfalten kann. Der erste große Trip wird auch als "den Kopf aufbrechen" bezeichnet. Es scheint so, als hat die menschliche Psyche anfangs einen Widerstand gegen die Visionen und erst eine größere Dosis kann diesen brechen und in die Parallelwelt des Iboga einführen. Eine zu hohe Dosierung ist aber auch nicht zu raten, abgesehen von der Anstrengung für den Körper und dem erhöhten Gesundheitsrisiko kann es dann nämlich sein, daß die betreffende Person in eine Art Bewusstlosigkeit fällt und sich im Nachhinein so gut wie gar nicht mehr an etwaige Visionen erinnert. Auf der anderen Seite wird etwa in Afrika behauptet, daß zu niedrige Dosierungen gefährlich sein können, weil dann bestimmte, eventuell wichtige Dinge nicht durch die Visionen ans Licht kommen und verarbeitet werden können. Generell hat eine große Dosis den Vorteil, daß etwaige Ängste und Unruhe einfach von der Stärke des Trips weggespült werden. Wenn alles gut läuft wird der Patient von seinen Visionen mitgerissen und hat gar keine Zeit mehr, sich Sorgen zu mache oder sich zu wehren.
    Einen großen Trip mit Ibogain haben die meisten Leute nur einmal oder höchstens einige wenige mal im Leben. So etwas läßt sich auch nicht durch wiederholte Einnahme großer Mengen Ibogain erzwingen. Die wiederholte Einnahme einer großen Dosis macht allenfalls ein paar Jahre nach dem ersten Trip Sinn, oder nach einem Rückfall bei Opioidabhängigkeit. Tatsächlich ist auch kein Fall von regelmäßger Einnahme von Dosierungen über 10mg/kg bekannt.
    Wer Ibogain nicht als Suchtbrecher/zum Entzug sondern aus entheogenem Interesse oder in der Hoffnung auf einen allgemein positiven Effekt auf Psyche und Leben nimmt, der kann natürlich auch erstmal eine kleinere oder mittlere Dosen nehmen. Dadurch kriegt man ein Gefühl für die Substanz und der Körper lernt das Ibogain schon mal kennen, bevor man dann ein paar Wochen später einen vollen Trip unternimmt (oder es sich anders überlegt hat und lieber sein läßt). Manche finden auch schon mittlere Dosierungen ausreichend und zufriedenstellend und verspüren kein Bedürfnis nach einem vollen Trip.
    Auch bei einer großen Dosis wird im Allgemeinen erst eine kleinere Menge (1-2mg/kg) gegeben. Wenn sich nach 30-60 min. keine allergischen oder sonstigen alarmierenden Reaktionen zeigen (ein etwas mulmiges Gefühl ist normal und kein Grund zur Sorge), wird dann das restliche Ibogain gegeben, entweder auf einmal oder nach und nach. Bei einem vollen Trip kann die nochmalige Gabe einer kleineren Menge während der Abklingens der Visionen sehr angenehm sein. 3-4 Tage später eine Messerspitze HCl oder ein kleiner Löffel Wurzelrinde kann sich ebenfalls positiv auswirken.
    Wie man nun genau bei einem Entzug dosiert, welche Menge die richtige ist, in welchem zeitlichen Abstand man nachlegt, oder lieber alles auf einmal - diese Fragen sind sehr wichtig, grade auch für den Erfolg eines Entzugs . Dazu können aber leider keine festen Regeln aufgestellt werden. Ein guter Ibogain-Provider oder Tripsitter kann das auf Grund eigener Erfahrung und anhand der Reaktionen des Probanten von Fall zu Fall sehr genau einschätzen.
    Wer nun bereits eine echte visionäre Erfahrung mit Iboga hinter sich hat könnte nun bereits alles gesehen haben, was er wissen wollte. Manche Menschen wollen dann aber weiter damit experimentieren. Für die Dosierung kann man schnell ein gutes Gefühl entwickeln. Normalerweise besteht nicht das Bedürfnis nach weiteren hochdosierten Trips, sondern im Gegenteil, die Psyche scheint sensibilisiert und immer kleinere Dosen bringen einen spürbaren Effekt, und für manche "Ibonauten" vermitteln die subtilen, schwer beschreibbaren Effekte eines milden Trips auf Dauer eine größere Magie und Heilwirkung als die krassen Visionen der Initiation.
    Wird Ibogain als Unterstützung beim entwöhnen von Alkohol, Nikotin oder Antidepressiva eingenommen, dann macht auch die kurmäßige Gabe von 10-20mg/Tag über einen gewissen Zeitraum himweg Sinn. Manche Leute schätzen auch unabhängig davon die stimmungsaufhellende und kräftigende Wirkung sehr kleiner Mengen. Anekdotisch wird berichtet, daß dadurch auch die Fähigkeit, vernünftige Entscheidungen zutreffen, verbessert wird.


    [h3]häufiger Ibogain-Konsum[/h3]
    Ein Fall von "Iboga-Sucht" ist nicht bekannt. Für Körper und Psyche ist Ibogain - selbst bei guten Erfahrungen - immer eine Anstrengung. Da diese Droge Material aus dem (persönlichem und transpersonalem) Unterbewusstsein hochschwemmt, eignet sie sich nicht zum Verdrängen von Problemen; im Gegenteil, bestehende Probleme können bewusster und deutlicher werden. Die Wirkung auf den Körper wird bei häufigen Konsum als belastend empfunden. Niemand wird größere Mengen Ibogain auf Dauer jeden Tag oder auch nur jedes Wochende nehmen oder nehmen wollen. Als die wirkungsvollste Medizin gegen Süchte hat Ibogain einen eingebauten Mechanismus gegen Dauerkonsum oder Abhängigkeit - auch von Ibogain selbst. Die regelmäßige Einnahme sehr kleiner Mengen kann jedoch durchaus Sinn machen und Stimmung, Leistungsfähigkeit, Entschlossenheit und Libido positiv Beeinflussen.


    [h2] Mögliche Gründe, warum Ibogain von der Pharmaindustrie und der Schulmedizin weitgehend ignoriert wird [/h2]

    • Obwohl die suchtunterbrechenden Eigenschaften des Ibogain schon 1962 entdeckt wurden, erreichten sie erst mit dem Aufkommen des Internets einen gewissen Bekanntheitsgrad, dh die ganze Sache ist noch recht neu.

    • Die medizinische oder therapeutische Nutzung von psychedelischen Drogen ist sehr umstritten. Ein gewöhnliches Krankenhauszimmer ist nicht das richtige Setting für einen guten Trip. Die Wissenschaft tut sich schwer im Umgang mit psychedelischen Erfahrungen, die subjektiv oft eine stark spirituelle oder religiös-mystische Bedeutung haben, und das medizinische Personal ist dazu nicht ausgebildet.

    • Als Wirtschaftsunternehmen sind Pharmakonzerne primär daran interessiert Gewinne zu erwirtschaften. Mit einem Medikament wie Ibogain, bei dem unter Umständen schon eine einzige Behandlung ausreicht, und das außerdem nicht (mehr) patentierbar ist, läßt sich nicht viel verdienen. Andererseits sind Substitution und Psychopharmaka eine verläßliche Einnahmequelle, so daß eine effektivere Suchtmedizin möglicherweise finanzielle Einbußen bedeuten würde. Es ist jedoch denkbar und wahrscheinlich, daß irgendwann synthetisch erzeugte Ibogain-verwandte Medikamente ohne psychedelische "Nebenwirkungen" (wie zB 18-MC) patentiert werden und auf den Markt kommen.

    • "Drogensucht" hat ein extrem schlechtes Image und der Begriff weckt viele negative Assoziationen. Pharmakonzerne wollen in der Öffentlichkeit nicht damit in Verbindung gebracht werden, selbst nicht durch Medikamente gegen Drogenabhängigkeit.

    • Die durchschnittliche Sterblichkeitsrate von Drogenabhängigen ist wesentlich höher als die der Gesamtbevölkerung. Statistisch gesehen ist die Chance, daß jemand während der Behandlung oder eines Entzugs stirbt, immer gegeben. Daher besteht ein erhöhtes Risiko von Schadensersatzforderungen Hinterbliebener. Im Zusammenhang mit Ibogain gab es selbst bei medizinisch betreuter Einnahme Todesfälle. Die genaue Todesursache und in wie weit Ibogain dafür verantwortlich war ist in den meisten bekannt gewordenen Fällen unklar. Ein gewisses Risiko ist nach gegenwärtigem Stand der Forschung aber nie auszuschliessen, nicht einmal bei erstklassiger medizinischer Betreuung.

    • Ibogain hat eine sehr komplexe neurologische Wirkungsweise die noch keineswegs gänzlich erforscht ist. Es greift tief in Neurotransmittersysteme ein und wirkt auf viele unterschiedliche Rezeptoren. Behörden wie etwa die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) oder in Deutschland das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vergeben ungern neue Zulassungen für derart komplexe Medikamente mit schwer durchschaubarer Wirkungsweise. Bevorzugt werden Stoffe mit klar abgrenzbarer und überschaubarer Wirkungsweise.

    • Um ein anerkannter Experte im Bereich Suchtmedizin zu werden ist ein umfangreiches Universitätsstudium und danach jahrelange Arbeit in Forschung und Praxis notwendig. Das letzte was diese Experten dann hören wollen, ist daß ein paar ehemalige Junkies das Wundermittel gegen Drogensucht gefunden haben, etwas wonach die akademische Forschung bisher vergeblich gesucht hat.






    [h2] Weblinks [/h2]

    Von "http://www.drogen-forum.com/wiki/index.php/Ibogain"